H E I M R E I S E

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HALLO IHR LIEBEN!!!

Wir sind auf dem Nachhauseweg ….wow, ein Jahr ist wie im Fluge vergangen und die letzten Wochen werde ich noch in drei Artikel fuer den Blog zusammenfassen. Es kommen also noch:

  • Tasmanien 3
  • Australien 10.000
  • Rueckreise

Wir werden am 15. April von Bangkok ueber Kairo nach Muenchen fliegen …. und uns in den naechsten Tagen persoenlich melden …

Einstweilen ganz viele warme und sonnige Gruesse aus Bangkok

Rosmarie & Michael

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Tasmanien 2

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Gestaerkt mit Kaffee und Keksen, die wir im St. Marys komunalen Internetcafe angeboten bekommen machen wir uns ueber den Elephantenpass auf den Weg nach Bicheno. Hier gibt es einen Hinweis auf ungewoehnliche Verkehrsteilnehmer . .
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. .. .    und einen wunderbaren Strand, wpid-DSCN6643.JPGreiche Brombeerstraeucher und ein „schnuckeliges Motorradmuseum“.
Als wir am Museum auftauchen rottet sich eine ganze „Gang“ in schwarzen T-Shirts und schweren Stiefeln um uns und stellt Micha interessierte Fragen. Wie in einem Auditorium doziert Micha … ich grinse, froh, gerade nicht im ueblichen Frage-Antwort-Spiel zu sein, schnapp‘ ich mir mein Buch und sag‘ Micha, dass er mich im naechsten Cafe findet.
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Im Cafe gibt es einen Mintpie, den ich wagemutig koste …. und als haette mein Bruder den kulinarischen Seitensprung mit bekommen … schickt er mir eine e-mail, dass sie gerade bei „Schlutzkrapfen“ zusammen sitzen. Dies ist eine Suedtiroler Spezialitaet und eine meiner Leibspeisen, bestehend aus halbmondfoermigen Teigtaschen mit Spinat-Knoblauchfuellung und mit zerlassener Butter uebergossen und viel Parmesan … auch etwas, auf das ich mich freue, wenn wir wieder zurueck sind!
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Dann fahren wir weiter zum Freycinet National Park, wo man die Spuren der letzten Braende sieht und uebernachten dort. Beim Abendspaziergang finde ich einen grossen Felsen mit Sitzkuhle, wo ich mich einkuschle, den Sonnenuntergang geniesse und einem Kormoran beim Jagen und Fluegeltrocknen zu sehe.
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Eine einzige Frauenstimme schafft es, mich jaeh von diesem Ort des inneren Friedens zurueck zu holen. Sie kommt vom Nachbargrundstueck und rangiert in einem hohen E. Selbst Micha ist beeindruckt und wir nennen sie ab nun, „die Stimme“.
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Froh, wieder weiter fahren zu koennen nehmen wir die Strasse ueber Sorell zur Forester Penisula. Das Herz wird uns schwer. Anfangs wirkt das Brandgebiet wie eine enorme Theaterkulisse; angesaengte Baeume, schwarze Rinden, rote, gruene und graue Blaetter … dann sehen wir auch Ruinen und Menschen beim Aufraeumen.

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Bei einem Grundstueck haben wir das Gefuehl, dass wir hier unsere Hilfe anbieten koennen. Der Mann, Vater von 10 Kindern, ist geruehrt und sagt, dass er gerade nichts zu tun hat … aber bedankt sich fuer das Angebot und meint, dass wir nicht die ersten waeren, die Hilfe angeboten haetten. Gerade dies waere fuer ihn eine gute Erfahrung.
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Wir fahren weiter, vorbei am Tasman Arch und an der Devils Kitchen und schlagen in Fortscue Bay unser Zelt auf …. wo wir bald darauf Besuch von neugierigen Nachbarn haben…
Am Morgen machen wir uns auf nach Port Arthur, Australiens wichtigste Strafanstalt ….“Um 1840 lebten ueber 2000 Strafgefangene, Soldaten und zivile Angestellte in Port Arthur, welches zu dieser Zeit eines der industriellen Hauptanlagen war. Hier wurden eine Reihe von Waren und Materialien produziert – alles, von bearbeiteten Steinen und Ziegeln bis zu Moebeln und Kleidung, Booten und Schiffen.

Mit dem Ende des Transports von Strafgefangenen nach Van Diemens Land im Jahre 1853, wurde Port Arthur auch eine Institution fuer physisch und psychisch kranke Strafgefangene. Das Strafgefangenenlager wurde 1877 geschlossen und viele der Gebaeude abgebaut oder in Buschfeuern zerstoert. Direkt nach der Schliessung de sStrafgefangenenlagers kamen Touristen, um die Staette zu besichtigen“ (Quelle Broschuere).

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Origineller Weise waren einige der Fuehrer ehemalige Gefangene, die keinen Job gefunden hatten und so sehr genau das Leben dort beschreiben konnten. Und es gibt folgende Geschichte von einem Gefangenen, namens Bill: Bei der Holzarbeit hatte er ein totes ausgewachsenes Kangaroo gesichtet … und plante daraufhin seinen Ausbruch. Am naechsten Tag setzte er sich etwas ab, haeutete das Kangaroo und zog sich das Fell als Tarnung ueber und versuchte so an den Wachen vorbei zu kommen. Er hatte jedoch nicht mit dem Hunger der Maenner gerechnet, die nun laut ueberlegten, wie sie das Kangaroo fangen koennten. Ploetzlich hatte dieses Kangaroo nun eine Stimme, die sagte: „Bitte nicht schiessen ….“und Billi musste sich ergeben. Es brachte ihm 2 Jahre Isolationshaft ein … ufz … insgesamt soll er 6 Mal versucht haben, zu fliehen.

Wir machen Halt am Tasmanian Devil Park. Der Tasmanische Teufel ist ein aasfressendes Beuteltier, nachtaktiv und nur in Tasmanien zu finden. Leider gibt es aktuell eine Art Krebs, die sich durch Bisswunden uebertraegt und innerhalb nur 5 Monaten, den neuen Wirt toetet. Diese Tierart ist vom Aussterben bedroht und dieser Park ist eine Einrichtung, die diesen Prozess im Moment verlangsamen kann. Ein Gegenmittel fuer den Krebs ist leider noch nicht gefunden und es sind rund 85% des Bestands davon betroffen.DSCN6774

Dann ist es wieder Zeit fuer ein „Haus und Hoftag“. Am 25.2. ist das Wetter schlecht, aber im Sueden verspricht es etwas besser zu sein. Also geht unsere Fahrt ueber Hobart, Kingston nach Huonville, wo wir beim Einkaufen auf Elke stossen. Wir hatten sie und Ken in Lillydale beim Kaffeetrinken kennen gelernt. Sie wiederholt ihre Einladung sehr herzlich und wir versprechen auf einen Kaffee vorbei zu schauen.

Wir fahren ueber eine wunderschoene Huegellandschaft, mit Ausblicken aufs Meer zum suedlichsten Punkt = Catamaran und Cockle Creek. Hier duerfen wir ein Lagerfeuer machen und Micha studiert ein neues Lied ein. Es ist richtig kuschelig und gemuetlich … mit sternenklarem Himmel …Gitarrenklaengen . . . und knisternden Feuer …Romantik pur!

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Der Spaziergang zum Fishers Point, einer ehemaligen Walfaengerstation ist wunderschoen.

Hier sind wir nun am „Wendepunkt“ angelangt. Es ist der suedlichste Punkt unserer gesamten Reise. Ab hier beginnt nun unserer Heimreise …

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Tasmanien 1

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Am 10. Februar setzen wir mit der Faehre nach Tasmanien ueber. Ganesha macht’s wieder mal spannend, indem die Kupplung nicht mehr richtig funktioniert und die Batterie fast leer ist … Aber, wir kommen aufs Schiff und gut durch die Quarantaenepruefung …

Wir fahren von Devonport nach Launcester und richten uns am Campingplatz auf einen „Haus und Hoftag“ = Wartung des Motorrads und der Ausruestung ein.

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Die Kupplung funktioniert wieder. Micha hat das Getriebe ausgebaut, die Kupplungsdrucklager gewechselt und die Mitnehmerverzahnung gesaeubert und gefettet … und der Tausch des Rotors verspricht, dass die Batterie wieder ausreichend laden kann. Aber …. an das Gefuehl, zu Dritt mit all den Eigentuemlichkeiten der Beteiligten unterwegs zu sein, habe ich mich nun gewoehnt und auch Micha nimmt die Reparaturen gelassen und konzentriert auf das Notwendige in Angriff.

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Wir fahren ueber eine alpenaehnliche Landschaft …. von Rocherlea nach Lillydale, wo wir einen leckeren Kaffee bekommen (Lavazza hat wohl im suedlichen Australien und in Tasmanien grosse Marktanteile)

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…. und werden von einem Paerchen zu einem Besuch in den Sueden von Tasmanien eingeladen. Sie ist deutscher Herkunft und beide geben uns tolle Tips und schenken uns einen kleinen Wanderfuehrer. Wow, ich bin wieder einmal ueberwaeltigt, wie freundlich die Menschen uns hier begegnen.

Wir fahren nach Scottsdale (sehr huebsche Stadt), wo wir tanken und der Tankwart ausruft „I love this Bike, isn’t it beautiful?“ … dann geht’s weiter nach Bridport und ueber eine Schotterstrasse an die Kueste, wo wir am Waterhouse Point sehr idyllisch zelten.

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Tags darauf, nach dem Fruehstueck meint Micha trocken …. „hm, wir haben einen Platten“ …. also, Rad getauscht … Micha faehrt in die Stadt, um es richten zu lassen, waehrend ich einen schoenen Strandtag habe …. was fuer Micha eh „langweilig“ waere … also haben wir beide, was wir wohl gerade brauchen ….

Unsere Reise geht weiter nach Gladstone, Herrick, Waldborough (hier gibt es ein tolles altes Hotel von 1886 und die leckersten Brownies) zum „Blue Trie“-Gebiet, wo wir einen ganzen Campingplatz fuer uns haben …. und Micha auf Spurensuche nach der Loesung des Batterieproblems fuendig wird: die Kohlestifte waren verdreckt und so konnte die Feder sie nicht richtig an die Spulen zur Aufnahme druecken ….also hat er die Lichtmaschinenkohlebuersten (was fuer ein Wort!) gereinigt und wieder gaengig gemacht ….genial, jetzt geht alles! ….

Am Abend machen wir einen kleinen Spaziergang zum Aussichtspunkt am Huegel und haben einen atemberaubenden Rundumblick ….

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Am 16.2 fahren wir ueber Pyengana zu den San Columbia Water Falls

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und dann ueber St. Helens, zu unserem naechsten Rastplatz, dem Moulting Bay.

Dann „gondeln“ wir die Kuestenstrasse von der Firebay entlang nach The Gardens … es ist einfach wunderschoen!

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… nur Micha meint, na ja, der Reifen verliert Luft … ok, d. h. wir hatten 2 Tage, wo alles funktionierte …. nun gut, wir werden es beobachten und am Montag nach Bicheno fahren, dort soll es eine kleine Motorradwerkstatt nebst Museum geben ….Es gibt halt kein Licht ohne Schatten!

Am Abend machen wir uns noch auf zum Evercreek Forest Riserve, wo wir den hoechsten Baum (91 Meter) bewundern und dann in den Waeldern wieder einen Campingplatz ganz alleine fuer uns haben. Heute haben wir drei lebendige Kangaroos, einen Hasen, einen Adler und einen kleinen Vogel mit knallroter Brust gesehen (muessen noch nachschlagen, was fuer ein Tier das war) …

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Tasmanien ist wunderschoen, der einzige Minuspunkt sind die vielen tot gefahrenen Tiere … mehr noch als im bisherigen Australien findet man hier fast alle paar hundert Meter eines … es ist schwer …dies sagt selbst manch ein Tassie (so nennen sich die aktuellen Einwohner).
Nun also … wir haben wieder einmal einen Campingplatz ganz alleine fuer uns … nur in der Nacht ist er „tierisch bevoelkert“. Gerade als ich am Einschlafen bin gibt’s einen riesen Krach …

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Micha geht schauen und entdeckt ein Kangaroo, das sich an unserem Wasserkanister zu schaffen macht … und als er eine Inspektionsrunde ums Motorrad dreht, entdeckt er auf dem Beifahrersitz ein Tier mit Fell und langer Nase (auch hier muessen wir erst nachschlagen, was fuer ein Tier das ist) …Micha sagt zu ihm:“Da gehoerst du aber nicht hin“, worauf sich das Tier auf die Box dahinter setzt und als Micha meint:“Da auch nicht“ … trollt es sich langsam
Die Nacht war voll von nagenden, huepfenden, niessenden und rufenden Geraeuschen und ich habe kaum ein Auge zu bekommen …
Es geht weiter ueber Fingal, wo eine alte kleine Kirche steht

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und bereits in St. Marys (40 Km spaeter) findet unsere Reise heute ein Ende. Wir legen wieder einen „Haus und Hoftag“ ein (Waesche waschen, Einkaufen, Blog schreiben, saemtliche Landkarten mit Klebestreifen zusammen kleistern und auch die ersten Vorbereitungen fuer unsere Rueckreise) …

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Australien 11

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Dann steht Jonathan neben uns. Er hatte uns von der Strasse aus gesehen, ist begeisterter Motorradfahrer und laedt uns zum Kaffee ein. Wir verbringen fast drei Stunden miteinander und werden von ihm mit tollen Reisetipps ausgeruestet.
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Wir fahren ueber Bright, mit phantastischen Baumalleen, ueber Porepunkah zum Mount Buffalo Nationalpark, verbringen dort eine frostige aber schoene Sternenhimmelnacht, bloedeln mit ein paar Kletterern am Fruehstueckstisch, fuettern Entenjunge (die erstaunlich hoch springen koennen) und verteidigen unser Fruehstueck gegen Raben … geniessen die Aussicht und freuen uns dann wieder auf Jonathan, der uns Gestern noch eine Einladungsemail zukommen liess, um ein paar Tage mit ihm zu verbringen.
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Wir haben eine reiche Zeit miteinander und Jonathan stellt intelligente und tief fuehrende Fragen. Der Abschied geht uns ans Herz und wir wissen, dass wir weiterhin in Kontakt bleiben werden.
Uebrigens haben wir immer wieder mit Sascha,Johann, Deepa und der iranischen Studentin Kontakt, die wir auf unserer Reise kennen gelernt haben.
Dann fahren wir ueber Myrtleford, Oxley nach Edi und ueber Mansfield (wo wir einen kurzen Kontakt mit einem aelteren deutschen Paerchen haben … sie waren vor 50 Jahren zu einem Besuch in Australien und sind dann so begeistert gewesen und gleich umgezogen … tja, wie schon aus Herr der Ringe sagte …achte, wohin deine Fuesse dich fuehren) …von Jamieson geht’s nach Eilidon und von Marysvill ueber eine wunderschoene von Regenwald gesaeumte Strasse nach Healesville.
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Hier lernen wir Bernd kennen, der neben dem Kaffe, wo wir Pause machten eine kleine Motorradwerkstatt hat. Der Mann kann so gut erzaehlen, dass wir neben dem Wechsel von Stossdaempfern und Bremensen den ganzen Nachmittag mit ihm verbringen und neben der Welt des Motorradrennfahrens und Tasmanien („Da willst Du nicht hin. Nein, ist schon schoen, aber in 14 Tagen haste alles gesehen“) … also einen heiden Spass entwickelt, uns Tasmanien madig zu machen … aber dann auch ueber Buschfeuer und das Alltagsleben in der Stadt erzaehlt.
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Schliesslich geht unsere Reise weiter zu Darren und Kerry, die wir in Nannup bei der Sylvesterfeier kennen gelernt hatten.
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Es gibt ein warmes Willkommen, „weiches“ Bett, genial gekochtes Essen (zur Erinnerung Darren ist Gourmet-Koch) und neben fuenf eleganten und eigenwilligen Katzen, die kleine Coppa Coppa & Micha
(Enkelin von Kerry und Darren) die mir anfangs partout nicht ihr Tatoo am Bauch zeigen will und dann mit mir und ihrem als Krabbe gestalteten Schwimmreifen im Wirlpool Bloedsinn macht.
Es kommen Freunde und Familie vorbei. Das Haus ist sehr offen. Als ich Kerry darauf anspreche fuehrt sie mich zu einem Bild, das sie vor ein paar Jahren unbedingt haben musste. Und erst viel spater sah sie unten links in der Ecke den Bildtitel: Half-Way Hause!
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Melbourne ist eine sehr schoene Stadt. Wir besuchen den botanischen Garten und das Mueseum, wo ein interessanter Aborigenekuenstler, Turbo Brown, gerade seine Bilder ausstellt. Eines heisst „Dingoos und Kangaroos als Waffenbrueder“!
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Wir finden auch die Oldtimerwerkstatt, wo fuer Ganesha die passenden neuen Reifen bereit stehen … tja, und dann geht’s auf nach Tasmanien

Australien 10

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Unsere Reise geht weiter … wir wollen dem Murray River folgend ueber die Berge nach Melbourne gelangen.
Der Fluss bietet viele wunderbare Ausblicke und Moeglichkeiten zum Zelten … DSCN6159
Wir fahren von Sueden von Adelaide Richtung Williamstown, Angaston, Richtung Renmark …

Bei Kingston on Murray entdecken wir einen humpelnden Mann am Seitenstreifen. Der rechte Arm ist mit frischem Gazeverband versehen und irgendwie macht der Mann einen verwirrten Eindruck. Also nehmen wir ihn mit. Er bedankt sich vielmals und erzaehlt, dass er letzte Nacht einen Unfall mit Totalschaden hatte, wegen Sekundenschlafs. Und zeigt mir das Armband vom Krankenhaus. Er meint, er haette Glueck gehabt, da er in einen Truck gerast ist … ufz! Er war auf dem Rueckweg vom Besuch seiner Enkel in Adelaide und wolle nun nach Bamera, wo er zu Hause ist. (… hm… ist nur ca. 40 km und es war mittags und sehr heiss, ohne Schatten!).
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Etwas spaeter ueberholt uns ein Polizeiwagen mit Blaulicht und haelt am Strassenrand. Wir fahren auch auf den Seitenstreifen. Der Polizist macht einen gefasst-angespannten Eindruck … und unser Passagier faengt aufgeregt mit seinen Erklaerungen an … Der Polizist meint, er haette schon drei Anrufe bekommen, mit dem Hinweis, dass ein Mann auf dem Highway herumlaufe …und zu uns meinte er na ja, zu Dritt auf einem Motorrad? – und zieht eine Augenbraue hoch – … aber wir sollen uns keine Sorgen machen … und dann … na ja, also zu Dritt und einer ohne Helm? ./..aber wir braeuchten uns wirklich keine Sorgen wegen einer Strafanzeige machen … er wuerde jetzt den Mann mitnehmen, der sich schon ins Polizeiauto auf die Rueckbank begeben hatte … Nun, denn …

Wir Uebernachten in der Naehe von Renmark und auf der Faehre drueckt uns der Faehrmann eine lokale Landkarte in die Hand, mit den besten Wuenschen fuer unsere weitere Reise ….
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Immer wieder finden wir tolle Zeltplaetze … nur einer ist besonders …. als Micha den Kocher auseinander nimmt, weil dieser nicht mehr so will … und das kleinstmoegliche Teil in einem Haufen von Laub, Samen und Sand verschwindet …. und wir uns kniend auf die Suche machen … kracht in ca. 30 Metern Entfernung ein grosser Ast ohne Vorwarnung auf den Boden! DSCN6175
Jetzt wissen wir, warum die Camper am Strand geparkt hatten … hm!…Nun denn, wir suchen also weiter und Micha findet dieses winzige Teil … wenig spaeter verliert er es auch wieder … und ich kann nicht mehr an mich halten und muss einfach meinen schlauen Satz loswerden: „Wie mein Onkel Karl schon sagte: „Wenn Du mit kleinen Teilen arbeitest, dann breite am besten ein einfaerbiges Tuch darunter“.“ …komisch, dass das dann so raus muss 🙂 … Nun, Micha nimmt die Belehrung mit Fassung und ich finde auch das Teil, so passt’s wieder. Nur das mit den Ast beschaeftigte uns noch eine Weile …
Wir fahren weiter an Orangen- und Mandelplantagen und finden ein Roadhause mit interessanten und lustigen Spruechen ….
Es geht weiter ueber Robinvale, Swan Hill, Cohuna, Echuca und uebernachten in Mulawa am Lake Mulawa …
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Nur der Wind frischt so stark auf, dass wir um unser „neues Zelt“ bangen. Hinter dicken Feigenbaeumen bekommen wir es einigermassen sicher fest gezurrt … und dann sind wir ganz Bewunderung fuer die weissen Kakadoos, die sich in dieser starken Brise von einem Baum zum anderen schwingen und oft mehrere Anlaeufe benoetigen, um landen zu koennen und sich fest krallen, waehrend der Wind in ihr Gefieder faehrt …
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Wir ueberstehen die Nacht und fahren ueber Albury und Kiewa nach Mount Beauty, wo wir im Touristinformationscenter erfahren, dass es im Sueden immer noch grossflaechige Waldbraende gibt. Und die Dame weisst uns ein App fuer Waldbrande zum downloaden hin. Damit wissen wir immer via GPS, wo wir und wo die Waldbrande sind.

Australien 9

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Nullabore:

Alle sagten uns, wir sollen viel Wasser mit nehmen. Es sei sehr trocken u.v.a.m. sowie „langweilig“ … und was fanden wir vor?: Es regnete und schuettete fast 2 Tage lang!

Wir bleiben also wetterbedingt auf der Fraser Range eingemietet. Es ist eine Farm mit Campingplatz und eine geniale Mischung aus Funktionalitaet, was die Pionierszeit spuehrbar macht und aesthetischer Robustheit.
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Am ersten Tag hatten wir etwas Pech, da Ganesha meinte, er muesse beim Starten mal kurz den Oehlschlauch von der Oehlkuehlung abwerfen . . . was fuer ein Schlamassel! . . . und in der Nacht mussten wir von unserem „neuen Zelt“ in das „kleine Zelt“ umziehen, da wir wegen starken Windes einen Stangenbruch hatten … aber! Wer hat schon den Luxus von 2 Zelten? Also!

Somit waren wir tags darauf …. es schuettete wie gesagt …. in einer Halbwueste …. Zeit genug, Ganesha und unsere Ausruestung wieder auf Vordermann zu bringen …

Am Abend wurden wir mit einer Gruppe beschenkt, die als Fangemeinde mit den Musikern Charter and Charter – zwei Countrysaengern – zu einem Countryfest im Reisebus unterwegs waren und fuer die Nacht Halt gemacht haben.

Wir bekamen eine Privatvorstellung …. und als das Lied „dance, as if nobody would see you, Life is so short“ gesungen wurde . . . war ich so gluecklich und freudig, diesen Moment so intensiv erleben und mit anderen teilen zu duerfen …

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Beim Fruehstueck wurden wir gleich zwei Mal eingeladen . . . mit den neckischen Worten… „falls wir mal wieder ein Bett haben wollten bzw. falls das Geld ausgehen sollte“ …. na, man kann ja nie wissen … und dann geht die Reise weiter ueber Belladonia.

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Hier bestaunen wir auch pflichtbewusst das abgeplatzte Teil des USShuttels, das 2008 in dieser Wueste gelandet ist . . . und registrieren, dass der Benzinpreis neue Hoehen erklimmt …. nahezu 2 Dollar pro Liter.
Wir geniessen die Fahrt … die Weite … DSCN5771blau/grau und grau gruener Busch leuchten in der Morgensonne …. DSCN5629dann folgt wieder Steppe … und langweilen tun wir uns keine Spur. Vielmehr halten wir Ausschau nach Kangaroos und Kamelen, die es hier so ueppig geben soll. DSCN5495Ja, Kamele …. sie wurden eingefuehrt, um die Wueste zu durchqueren fuer Expeditionen und Handel, wie auch Fuechse und Hasen, damit die englischen Lords was zum Jagen hatten?! Nun sind sie zur Plage geworden … und z. T. mussten riesige Zaeune gespannt werden, um die Plage ein zu daemmen.
Am Abend ueberholen wir einen ueberdimensionalen Transporter DSCN5551und vor uns fahren zwei Begleitfahrzeuge mit der Aufschrift „oversize“ d. h. allen entgegen kommenden Fahrzeuge wird signalisiert, dass sie an den Strassenrand fahren sollen, denn bald kommt „ein riesen Ding“, das mehr als eine Fahrspur beansprucht. Also, fahren alle brav an den Rand und bleiben in dieser Erwartung stehen …. und wer kommt …. WIR! …. entsprechend ist die Ueberraschung und wir werden mit Winken und erhobenen Daumen und Hupen begruesst – als wuerden wir einen Staatsbesuch absolvieren …und dann kommt natuerlich auch der wahre Transporter.

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Bald darauf finden wir einen geeigneten Zeltplatz, wo wir Bernhard kennen lernen, der von Brisbane aus seine Australienreise gestartet hat und nun ein Jahr unterwegs sein will. Bei heissem Kakao haben wir uns viel zu erzaehlen und verabreden uns auf eine Tour, wenn wir alle wieder in Deutschland sind.
Wir fahren weiter, vorbei an Eucla, Head of the Bight mit beeindruckenden Klippen … DSCN5735
im Juni kann man hier die Wale beobachten … bis wir am Quarantainechekpoint in Ceduna ankommen. Hier muessen Obst, Gemuese, Honig und Nuesse abgegeben werden …. wir geben pflichtbewusst unseren Knoblauch ab … alles andere duerfen wir behalten ….
Dann wird erst mal wieder frisches Obst und Gemuesse eingekauft … Am Supermarkt werden wir Zeugen einer Szene, die wir bereits so aehnlich von anderen Reisenden oefters beschrieben bekommen haben. Ein Aborigenepaerchen schreit sich ueber zwei Strassen an. Das Ganze geht gut eine halbe Stunde. Andere wiederum sitzen auf Tuechern auf den Gehsteigen … Eine ca. 35jahrige, sehr korpulente Frau bettelt uns um ein paar Dollar an, damit sie sich im Baeckerladen was Suesses kaufen kann. Die Jugend kleidet sich wie Rapper oder Hipp-Hopper und viele leben von Sozialhilfe, sind Alkoholabhaengig und Diabetiker …eine grosse Entwurzelung!
Wir fahren weiter und selbst fuer Ganesha ist es zu viel …. die Kupplung reisst und Micha macht sich gleich ans Schrauben, waehrend ich mich um die naechste Etappenplanung kuemmere. Wir fahren weiter und in Venus Bay dann auf einen Campingplatz, weil uns die Hitze dermassen zusetzt …. 48 Grad! meint die Besitzerin seien heute angezeigt … entsprechend druecken wir uns dann im gekuehlten Foyer rum. In den naechsten Tagen werden wir dann oefters darauf angesprochen, wo wir am Tag der „grossen Hitze“ waren.
Es geht weiter … bei Elliston fahren wir ueber Land nach Whyalla; ueber schoene huegelige Landschaften.
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Wir treffen bei einer Kaffepause auf John, der auf einem Rollator auf uns zu kommt und uns anspricht. Er ist ganz begeistert von unseren Abenteuern und meint, wir machen genau das Richtige. Er selbst habe immer geschuftet, und vor 2 Jahren, mit 60 einen Schlaganfall bekommen, musste dann seine Farm verkaufen und geniesst jetzt das Leben, soweit das noch moeglich ist. Zumindest erfuellt er sich die Wuensche und schiebt sie nicht laenger auf. Ein 75jahriger Motorradfahrer haelt auch an und wir kommen ins Plaudern und bewundern ihn sehr, worauf er zwinkernd antwortet: „If you lay down, they put earth on you“ … und wuenscht uns „a save trip“.
Von Whyalla geht’s weiter und in die Gegend von Mount Remarkable, wo wir uebernachten und eine wunderschoene Aussicht auf den Spencer Gulf geniessen.
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Dabei werden wir von David angesprochen, der selbst ein begeisterter Motorradfahrer ist und auf Portwein, Kaese und Schokolade in dem neu erstandenen Campingvan eingeladen. Er und seine Frau laden uns ganz herzlich zu sich nach Hause ein. Merrowin meint: Manchmal ist ein schoenes Bett auf so einer Reise einfach wunderbar! Die Beiden waren selbst viel unterwegs und Merrowin verstand dies zu gut …
Wir kurven in den Adelaide-Hills herum und in Claire machen wir uns bei einem oeffentlichen Barbeque unser Mittagessen. Da kommt ein Mann und meint, er haette gutes Wasser. Wenn wir wollten wuerde er unseren Kanister voll machen. Gutes Wasser ist in Australien Mangelware und im Supermarket relativ teuer. Er hievte sich also den Kanister unter und saemtliche Flaschen, die wir sonst noch hatten und kam nach einer Viertelstunde mit allem angefuellt bis zum Rand zurueck … und dann platzt es aus ihm heraus … vor ein paar Tagen haette er einen guten Freund verloren, ein Arbeitsunfall …. das Leben kann so schnell vorbei sein, meint er und er wisse nun, besser, was zu tun sei…. wir verabschieden uns herzlich und bekommen noch eine Einladung: Falls wir am Murray River entlang fahren wuerden, er haette dort einen Campinggrund … spaeter kommt er nochmals vorbei und schenkt uns eine Flasche edlen Rotweins! Wow!
Auf den Weg nach Adelaide kommen wir an einem Kaffee vorbei, wo ein Vogel so schnell an das Glas fliegt, dass er bald darauf sein Leben aushaucht. Betroffen halte ich inne und Micha und ich beginnen ein Gespraech ueber das Thema „Ein gutes Leben“ und „Endlichkeit“.
Als wir nun in Adelaide ankommen (ich habe mich sehr auf die Stadt und den Moeglichkeiten vorbereitet und gefreut) gibt es keine Uebernachtungsmoeglichkeiten, weil unmitterlbar der Australiaday (28.01) und das Rennen Down Under bevorstehen. Also, nehmen wir nun vorsichtig mit David und Merrowin Kontakt auf und werden ganz herzlich willkommen geheissen und verbringen mit den Beiden zwei wunderbare Tage mit Fuehrung zum Central Market
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und Besuch des Migration Museums.
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Merrowin nimmt sich auch unserer ziemlich laedierten Hosen an, die inzwischen Pioniercharackter haben … und stopft… und stopft … und stopft…
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Zum Abschied bringen wir ein Staendchen (Ja, Micha und ich koennen wunderbar Singen!) und werden herzlichst verabschiedet.
Keine Stunde spaeter werden wir beim Einkaufen fuer die naechsten Tage wieder eingeladen und bekommen gute Tipps, wo wir in Melbourne Reifen und Speichen finden … aber wir muessen dankend ablehnen. Die Waerme von Merrowin und David wollen wir einfach noch etwas mit uns fuehren …

Australien 8

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Wir merken, dass wir uns nur ganz langsam aus der Gegend von Nannup verabschieden koennen …. Die Zeit mit Glenn und seinen Freunden tat einfach gut und war waermend.

Nur langsam begreifen wir auch unsere veraenderten Stimmungen und Gefuehle und es wird uns bewusst, dass wir in der Endphase unserer Reise angekommen sind. Einige Ideen, was nun ein gutes Ende sein koennte kreisen in unseren Koepfen und wir beschliessen, noch Tasmanien zu bereisen und dann die endgueltige Endphase der Reise zu entscheiden und zu organisieren.

Wir fahren also ueber Denmark weiter. Dort erwartet uns am Bachufer ein buntes und farbenfrohes Hippiefest …. gestaerkt nach einem Mittagessen fahren wir vorbei am Elephant Rock zu dem farbintensiven Shelley Beach.
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Wo wir Sardienen gleich in einer Oelbuechse mit anderen Campern am sehr kleinen Strand die Nacht verbringen.

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Ueber Albury tuermen sich maechtige Gewitterwolken und so fahren wir weiter in den Norden, um im Nationalpark Stierling Range die Nacht zu verbringen. Tags darauf erfahren wir, dass wir wieder mal Glueck hatten!, …. in Albury gab es ein maechtiges Gewitter, sodass innerhalb weniger Minuten einige Keller voll gelaufen waren und ein umfangreicher Feuerwehreinsatz noetig war.

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In Jerramungup – einer 500-Einwohner-Stadt haetten wir uns fast beim Einkaufen verlaufen und morgens darauf hatten wir beim Fruehstueck ploetzlich Mama Kangaroo mit Jungem am Fruehstueckstisch sitzen. Der Campingbesitzer hatte uns schon vorgewarnt und gebeten, sie nicht zu fuettern auch wenn sie etwas zudringlich werden sollten (mit Boxen und so!). Und so machte ich eine urkomische Erfahrung gleichzeitiger Gefuehle als sie auf uns zu gehuepft kamen; von Entzuecken und Abwehr. Mein Kreischen irritierte die Beiden sehr. Den Fruehstuecksapfel fixierend, mit dem ich in meiner Aufregungn vor deren Augen herum fuchtelte wussten sie jetzt nicht, ob Rueckzug oder Fuetterung dran war. Micha schritt also ein wie ein Mann und begleitete die Beiden zum Ausgang, waehrend diese immer wieder stehen blieben und nach dem so leckeren Apfel Ausschau hielten, der nun auf meinem Teller seine Bestimmung fand.

 

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In Hopetown treffen wir auf Rob, mit dem wir zwei Tage an einem sehr schoenen Strand verbringen und viel ueber Australiens Geschichte und die Zusammenhaenge mit der uebrigen Weltpolitik erfahren. Er verabschiedet uns am letzten Morgen mit einem selbst gekochten Porridge und dem Lied „on the road again“ aus seinem iPod.
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Esperance ist wegen der Weihnachtsferien total ueberlaufen und so fahren wir gleich weiter nach Norseman, um dann den Nullabore (eine Halbwueste) ueber den Eyre Highway in Angriff zu nehmen.
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